Lützelberger: „Das tut
unheimlich weh!“
Deja vu zum Hamm-Spiel, nur umgekehrt – HGS verliert beim MTV 33:34 (14:19)
Braunschweig. Das, was Hamm letzte Woche in Saarlouis erlebte, das musste die HG Saarlouis an diesem Pfingstmontag in Braunschweig erfahren. Drei Sekunden vor dem Ende macht Philipp Krause den 34:33 (14:19)-Siegtreffer für den MTV Braunschweig. Damit ist in Gruppe 1 der Aufstiegsrunde die Entscheidung vertagt. Alle drei Teams haben ein Spiel gewonnen und eines verloren.
„Das tut unheimlich weh, den Jungs, mir und den über 100 mitgereisten Fans“, so Jörg Lützelberger nach dem Herzschlag-Finale. „Wir bringen es am Ende nicht über die Ziellinie.“, so der Cheftrainer der Saarländer und schaut dann aber auch gleich wieder nach vorne: „Auch das ist Teil unserer Reise. Wir müssen daraus lernen, weiter wachsen und unseren Weg gehen.“ Zwei Spiele stehen noch aus: in Hamm und zu Hause gegen Braunschweig.
In der Tat haben die Jungs es nach sehr starken 42 Minuten und einer 20:28 Führung so richtig versemmelt. Plötzich war offenbar alles weg, das Selbstbewußtsein, die Treffsicherheit und die Überlegenheit. Dabei war Volker Mudrows MTV eigentlich schon mausetot gespielt. Doch dann für die Saarländer das Deja vu vom letzten Samstag – nur umgekehrt.
Die schon am Vortag angereisten Saarländer machten von Beginn an Dampf, führten nach fast 8 Spielminuten schon mit 2:6 und zwangen Volker Mudrow zu einer frühen ersten Auszeit. Doch die nutzte nix. Yves Kunkel und der gut HGS-Torwart Michel Fiedler nutzten die Tatsache, daß Braunschweig mit dem siebten Feldspieler agierte und erhöhten noch Mal um 2 Treffer auf 2:8 (9.). Saarlouis behielt die Kontrolle, bis die erste Viertelstunde rum war (6:11). Der MTV erholte sich und arbeitete sich in der Folge auch dank Überzahl-Situationen wieder auf 9:11 (18.) heran. Da fand Saarlouis noch mal zurück in die Spur und nach einem Doppelschlag von Lars Weißgerber wuchs der Vorsprung wieder auf 11:15 (25.). Auch beim Halbzeitpfiff leuchtete von der Anzeigetafel eine klare 14:19-Führung der Gäste.
Auch zu Beginn der zweiten Spielhälfte kontrollierten die Saarländer Spiel und Gegner, zumal die mit der rot/blauen Karte gegen Tim Otto und den Schiedsrichterentscheiodungen haderte. Bei all dem ließen sich die Saarländer auch nicht durch einen verworfenen Siebenmeter aus der Ruhe bringen, lagen in Minute 42 mit 20:28 klar in Front. Das Ding ist eingetütet, mochte der eine oder andere auf den Rängen denken. Zu abgezockt wirkten die Gäste. Doch Mudrows Jungs bekamen die zweite Luft und nutzten Fehler und Nachlässigkeit der Saarländer konsequent. Als der Vorsprung nach knapp 48 Minuten auf 25:29 etwas geschrumpft war, nahm Lützelberger seine zweite Auszeit. Der Gäste-Vorsprung hielt noch, bis die Crunch-Time, die letzten zehn Minuten begannen (26:30).
Bei den Saarländern war jetzt viele weg. Als dann auch noch Tom Paetow beim Stand von 28:30 auf die Strafbank geschickt wurde, Yves Kunkel in der 53. mit einem Siebenmeteer an Hellmann scheiterte, war im Spiel dr Gäste irgendwie die Luft raus. Der entscheidende Mann auf Seiten des MTV, Philipp Moritz Krause, drehte jetzt auf und sorgte mit seinem Treffer zum 30:30 erstmals seit Beginn für ein Unentschieden. Und es war am Ende auch dieser Philipp Krause, der zwei Auszeiten später die nun Spitz-auf Knopf stehende Partie drei Sekunden vor dem Schlusspfiff doch noch in einen glücklichen Braunschweiger Sieg verwandelte.
Wie gesagt: Alles ausgeglichen in der Gruppe. Und für Saarlouis heißt es jetzt in Hamm nächste Woche zu punkten und dann im finalen Spiel zu Hause Braunschweig zu schlagen.
Statistik HGS: Fiedler 12 Paraden, 1x7m, 1 Tor, Kunkel 8/5, Eberlein 7, Bjerneld 7, Weißgerber 6/1, Paetow 2, Noh 1, Becker 1
Statistik MTV: Krause 7, Hagen 6/3, Kanning 5, Harder 5, Pieles 4, Friedhoff 3, Otto 2, Mazic 2
Siebenmeter: HGS 6/8, MTV 3/4
Zeitstrafen in Minuten: HGS 8, MTV 10
Zuschauer: 1200

