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Chancen wieder

nicht genutzt

Kessler: „überhaupt nicht zufrieden mit der Leistung“ in Hanau

 

Hanau/Saarlouis. Die Gelegenheiten, dem Spiel eine Wende zu geben, waren da. Aber sie wurden durch einfache Ballverluste, technische Fehler, zu schnelle Abschlüsse und zu wenig Tiefe in den Angriffsaktionen „weggeworfen“. Zudem sorgte die extrem einseitige Regelauslegung des Schiedsrichter-Gespanns (Siebenmeter-Verhältnis 9 zu 1 für Hanau, Zeitstrafenverhältnis 2 zu 6  zum Nachteil der HGS) mit dafür, dass die HGS bei der 32:37-Niederlage in Hanau die nächste Auswärts-Pleite kassieren musste. Betonen muss man hier aber auch, daß die HSG Hanau vor 300 Zuschauern in der Main-Kinzig-Halle ein wirklich gutes Spiel zeigte.

„Überhaupt nicht zufrieden“ mit der Leistung seines Teams war HGS-Cheftrainer Philipp Kessler. Auch eine deutliche Halbzeit-Predigt bewirkte nichts.Dabei waren die Saarländer zumindest in der Abwehr ganz gut gestartet. Daniel Schlingmann parierte in Halbzeit 1 acht Bälle. Das eigene Angriffsspiel in dieser ersten Hälfte umschrieb Kessler allerdings mit dem Begriff „Bullshit“.

 

Trotzdem hieß es nach zehn Minuten noch 4:4. Erst ab der 13. Spielminute konnte sich Hanau erstmals absetzen (8:5, 13.) – auch weil Saarlouis da schon 3 Siebenmeter und 2 Zeitstrafen kassiert hatte. Beim 10:7 (19.) nahm Kessler seine erste Auszeit und bis zur 24. Spielminute waren die Saarländer wieder dran (12:11). Kurz danach schicken die Schiedsrichter Joshua Reitz mit der roten Karte (3 mal 2 Min.) in die Kabine. In Überzahl stellen die Gastgeber den Drei-Tore-Vorsprung wieder her (14:11, 27.). Marcel Becker verkürzt auf 14:12, (27.), da trifft die Saarländer die nächste doppelte Strafe. Kurotschkin muss für 2. Minuten pausieren, den zugehörigen Siebenmeter hält Schlingmann. 90 Sekunden später muss dann auch Tom Paetow auf die Strafbank und Hanau nutzt das Spiel 6 gegen 4 zum 15:12. Eine erste Spielhälfte mit 4 Siebenmetern und 6 Zeitstrafen gegen die HGS und einer einzigen 2-Minuten-Strafe gegen Hanau ist wenig später zu Ende.

 

Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel eröffent sich dann doch noch die Gelegenheit für die Saarländer, dem Spiel eine Wende zu geben. Elyas Noh trifft zum 17:17-Ausgleich und die HGS versäumt es, in Führung zu gehen. Auch wenig später beim 18:18 (39.) durch Philipp Kockler versäumen es die Saarländer, anschließend selbst in Führung zu gehen. Im Gegenteil Hanau legt durch Fulda und Rivic wieder vor. Bis zu 42. Spielminute (22:21) hält Saarlouis sich in Schlagdistanz, antwortet auf jede Führung der Gastgeber mit dem Anschlusstreffer. Abwehr ist derweil nicht mehr wirklich sichtbar und auch die Torhüter spielen keine Rolle. Daher können die Gastgeber bis eine knappe Viertelstunde vor Schluss ihren Vorsprung auf 27:22 (46.) ausbauen.

 

Saarlouis hält nochmals dagegen, arbeitet sich bis zur 51. Spielminute auf 29:27 (Paetow) heran. Lange waren die Schiedsrichter bis dahin nicht mehr aufgefallen, jetzt gibt es dann innerhalb von einer Minute gleich zwei Siebenmeter hintereinander für Hanau, die Julian Fulda zum 31:27 (53.) nutzt. Damit war der Drops gelutscht. Saarlouis kannbis zum Ende nichts mehr entgegenhalten und muss die Punkte in Hanau lassen.

 

Jetzt heißt es, zumindest in der letzten Partie des „Auswärts-Dreiers“ kommendes Wochenende im Saar-Pfalz-Derby in Dansenberg zu punkten. Bis dahin sollte sich die Spieler, vor allem auch die Leistungsträger, an die eigene Nase fassen und sich an ihre Verantwortung gegenüber dem Verein und den Fans erinnern. Mit einer Leistung, wie in Opladen und in Hanau, könnte es auch in Dansenberg schwierig werden, zu gewinnen.

 

Statistik HGS: Schlingmann 10 Paraden, davon 2x7m, Jonczyk 2 Paraden, Paetow 8, Weißgerber 8, Becker 5, Noh 4, Kockler 3, Szep-Kis 2, Petschick 1, Kurotschkin 1

 

Statistik HSG: Adanir 7 Paraden, Müller 5 Paraden, 1x7m, Fulda 11/5, Rivic 7, Ahrensmeier 5, Braun 4/1, Hüttmann 3/1, Jusys 3, Gerst 3, Ritter 1

 

Siebenmeter: HGS 0/1, HSG 7/9

 

Zeitstrafen in Minuten: HGS 12, HSG 4

 

Zuschauer: 297