Meister-Entscheidung
jetzt zu Hause
Abwehr war erneut Achillesferse – TVG bleibt daheim ungeschlagen
Saarlouis/Gelnhausen. Die Entscheidung in Sachen Meisterschaft in der Südweststaffel der 3. Liga ist vertagt: Der Tabellenführer aus Saarlouis unterlag beim Tabellenzweiten TV Gelnhausen mit 32:41 (14:19 deutlich). Gelnhausen ist damit in eigener Halle weiter ungeschlagen.
Jörg Lützelbergers Analyse nach der Partie ist eindeutig: „Wir verlieren das Spiel in der Abwehr. Da bekommen wir heute nicht die Aggressivität und Gier in die Zweikämpfe und Helferketten, die es gegen so einen Gegner braucht. Und wir müssen cleverer agieren, was Zeitstrafen und Strafwürfe angeht.“ In der Tat bekamen die Saarländer kaum Zugriff auf die TVG-Angreifer, fingen sich dabei allein 13 Siebenmeter und 8 Zeitstrafen. Und mit fortschreitender Spielzeit wuchs bei den Spielern aus Saarlouis der Frust über die eigene Leistung. Die Folge waren zu emotionale Reaktionen in manchen Situationen.
Auch im Angriff war an diesem Abend einiges im Argen. Abgesehen von einer gut funktionierenden Abwehr der Gastgeber war es vor allem die Trefferquote, die den Ausschlag gab. In der Lützelberger-Analyse liest sich das so: „Offensiv spielen wir im 6 gegen 6 und 7 gegen 6 ordentlich, haben allerdings im Abschluss die schwächere Quote und das führt auch in der Deutlichkeit zur verdienten Niederlage.“
Trotz alledem war die Anfangsphase durchaus ausgeglichen. Es dauerte bis zur 17. Spielminute bis Zeb Bjerneld beim 10:10 dafür sorgte, daß sich auch auf der Anzeigetafel die Ausgeglichenheit bis dahin widerspiegelte. Die Siebenmeter Nummer drei und vier – von einem eiskalten Vollstrecker Jonathan Malolepszy (am Ende 15 Fächer Torschütze, davon 13 vom Punkt) sicher verwandelt – brachten die Gäste wieder nach vorn. Beim 13:11 scheitert Yves Kunkel mit einem Siebenmeter, gleich darauf kassiert Joshua Reitz 2 Strafminuten, Malolepszy trifft vom Punkt und Jörg Lützelberger nimmt beim 14:11 seine erste Auszeit. Saarlouis kommt nicht mehr in Tritt, Zeitstrafen und Siebenmeter-Gegentore (insgesamt 8 in den ersten 30 Minuten) sorgen schließlich für eine Fünf-Tore-Führung (19:14) der Gastgeber zur Pause. Die 1200 Zuschauer in der Rudi-Lechleidner-Halle sind mit Ausnahme der Fan-Kolonie aus dem Saarland zufrieden mit diesem Verlauf.
Die 2. Spielhälfte beginnt, wie die erste aufgehört hat – mit einem Siebenmeter-Tor von Malolepszy. Und die Gastgeber verteidigen ihren Vorsprung auch gegen die mit sieben Feldspielern agierenden Saarländer clever. Doch egal, was die Gäste auch versuchen, es funktioniert nicht wirklich was. Zwischenzeitlich wächst der Vorsprung des TVG auf neun Tore (32:23, 46.), den die Gäste dann aber wieder auf fünf (33:28, 50.) verkürzen können. Am Ende fehlt Saarlouis nicht nur Kraft und Konzentration, sondern das Pech klebt dem guten Tom Paetow und seinen Kameraden förmlich an den Fingern. In der Schlussminute wird’s dann auch mal kurz zweistellig (41:31), bevor die „Qual“ aus Sicht der HGS dann auch vorbei ist.
Und nicht nur diese satte Niederlage bringt das Team aus Gelnhausen mit nach Hause: Marko Jelicic hat sich offenbar auch noch eine Fußverletzung zugezogen. Wie schlimm es ist, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Apropos „nächste Tage“ – für Saarlouis heißt es jetzt, das Spiel aus den Köpfen vertreiben, nächsten Samstag in der letzten Partie gegen Homburg mit einem Sieg die Meisterschaft einfahren und sich dann auf die Aufstiegsspiele vorbereiten, in denen es dann (Stand jetzt) wohl gegen Aue und Hamm gehen wird.
Statistik HGS: Zecher 3 Paraden, Fiedler 2 P., Schlingmann 2 P., Kunkel 7, Paetow 6, Bjerneld 4, Eberlein 4, Durmishi 3, Kurotschkin 3, Kockler 2/1, Petschick 1, Becker 1, Noh 1/1
Statistik TVG: Drozdz 7 Paraden, 2 Tore, Bechert 3 Paraden, Małolepszy 15/13, Dambach 6, Altwein 5, Max Bechert 4, Hill 3, Fehl 2, Macken 2, Geisler 1, Wörner 1
Siebenmeter: HGS 2/4, TVG 13/13
Zeitstrafen in Minuten: HGS 16 (rot nach 3×2 Min Reitz), TVG 6
Zuschauer: 1200

