„…von minus Sieben
zum Punktgewinn“
HG Saarlouis rettet beim 34:34 (19:14) in Köln Longerich doch noch einen Punkt
Longerich. „Mit unseren Fans von minus sieben zum Punktgewinn“ – so hat HGS-Chefcoach Jörg Lützelberger das 34:34 (19:14) beim Longericher SC am Samstagabend zusammengefasst. Dabei habe es sehr lange nicht nach diesem Punktgewinn ausgesehen – ganz lange habe man zu viele Fehler gemacht, Klarheit und Zielstrebigkeit vermissen lassen und sei „fahrig“ mit dem Ball umgegangen. Daß es dann am Ende doch noch gelungen sei, das Ding zu drehen, sei eine wichtige Erfahrung für die Mannschaft.
Von Anfang an war bei den Saarländern der „Wurm drin“. LSC-Coach Christian Stark hatte sein Gegenüber Jörg Lützelberger mit seiner offensiven, Mann-gegen-Mann orientierten Abwehr einigermaßen überrascht. Die Saarländer fanden vor allem im Angriff kein geeignetes Mittel gegen diese Abwehr und gerieten so schnell ins Hintertreffen. Einzig Elyas Noh mit seinen bombensicher verwandelten Siebenmetern zeigte Sicherheit. Schon nach 13 Minuten beim Stand von 8:4 musste Lützelberger zum ersten Mal per Auszeit auf die Bremse treten. In der Folge wuchs der Vorsprung der Gastgeber trotzdem weiter an. Nach 22 Minuten führte Longerich mit 13:8 und spielte trotz personeller Engpässe wie in einem Rausch. Saarlouis fand auch weiterhin einfach keinen Weg, diesen Flow der Gastgeber zu stoppen.
Da half offenkundig auch die Pausenansprache nicht, denn gerade mal knapp 3 Minuten der zweiten Hälfte waren gespielt, da erhöhten Wörmann, Schulz und Co. ihren Vorsprung erstmals auf sieben Tore (22:15). Kurz darauf musste Lützelberger bereits seine zweite Auszeit nehmen, auf die in knapp drei Minuten ein Dreierpack der Saarländer (Karrenbauer und Petschick) zum 23:19 für Ergebnis-Kosmetik sorgte. So langsam robbten sich die Saarländer – angefeuert von ihren lautstarken Fans unter den 320 Zuschauern im Kölner Norden – dann aber doch weiter heran. Und bevor es in die Schluss-Viertelstunde ging, leuchtete von der Anzeigetafel nur noch ein 26:24.
Die HG Saarlouis war wieder da – auch weil Finn Zecher im Kasten jetzt einige Bälle wegfischen konnte und weil von Außen und vom Kreis jetzt die Chancen besser genutzt wurden. Zum allerersten Ausgleich in der Partie traf Yves Kunkel nach 50 Minuten (29:29). Doch gedreht kriegten es die Jungs um Paetow, Eberlein und Co. noch nicht. Im Gegenteil. Drei Saarlouiser Fehler später waren die Kölner wieder drei vor (32:29, 53.) und Lützelberger nahm seine letzte Auszeit.
Longerich war kräftemäßig angeschlagen, verteidigte aber mit Zähnen und Klauen den nur noch knappen Vorsprung (33:31, 56. und 34:32, 58.). Pierre Halimi und Youngster Philipp Petschick sorgten für den 34:34-Ausgleich. Da war noch über eine Minute auf der Uhr. Tom Paetow hatte kurz darauf den „Doch-Noch-Sieg-Wurf“ in der Hand, verfehlte den Kasten jedoch knapp, Sekunden später hielt dann Finn Zecher den Punkt mit seiner letzten Parade fest.
Zum Abschluss der drei Auswärtsspiele in Folge kann man im Saarland mit 4 Punkten gegen starke Gegner sicher leben. Es hätte auch schlechter ausfallen können. Am kommenden Wochenende freuen sich alle jetzt auf das erste echte Heimspiel der Saison auf dem neuen blauen Boden im Wohnzimmer Stadtgartenhalle gegen Düsseldorf.
Statistik HGS: Zecher 8 Paraden, Fiedler 3 Paraden, Kunkel 6, Petschick 5, Halimi 5, Karrenbauer 5, Noh 5/5, Paetow 3, Reitz 2, Eberlein 1, Jelicic 1, Kubera 1
Statistik LSC: Kull 7 Paraden, Babic 3 Paraden, 1 Tor, Schulz 9/1, Wörmann 8, Leitz 7, Kremp 5, Dahlke 2, Richter 1, Bertenbreiter 1
Siebenmeter: HGS 5/5, LSC 1/1
Zeitstrafen in Minuten: HGS 8, LSC 4
Zuschauer: 320

