Allgemein

Derby-Spektakel

in Haßloch

 

Schweden-Debüt vom Allerfeinsten – Schlingmann mit 53% „Fangquote“

 

Haßloch/Saarlouis. Für die einen (Haßloch) war es ein Derby-Debakel, für die anderen (Saarlouis) ein Derby-Spektakel. Der Tabellen-Vorletzte der Südwest-Staffel, die TSG Haßloch, hatte gegen den Spitzenreiter HG Saarlouis, nie den Hauch einer Chance. Das belegt die 18:40 (7:21)-Pleite der Pfälzer mehr als deutlich.

 

In Saarlouis war man dagegen sehr froh, nicht nur über das Ergebnis, sondern auch über die Tatsache, daß die von Sportdirektor Markus Baur eingekauften Schweden, Olle Österhall und Zeb Bjerneld, ein Debüt vom Allerfeinsten auf die Platte legten und ihrem Trainer Jörg Lützelberger einige Sorgen nach den jüngsten Ausfällen (Kornecki, Kockler) nicht nur für diese Partie nahmen.

 

Obwohl das Schweden-Duo erst am Mittwoch in Saarlouis angekommen sei, hätten sie sich nach gerade mal drei Trainingseinheiten mit der Mannschaft, schon „super eingefügt“ und verstanden, „wie wir spielen wollen“. Insgesamt war Lützelberger mit der Mannschaftsleistung höchst zufrieden, hatte nicht nur Lob für die elf „Buden“ von Zeb Bjerneld, die zehn blitzsaubern Tore von Elvas Noh, den unaufgeregten Klasse-Einsatz seines Nachwuchstalents Silas Geis, sondern auch für die 53 Prozent „Fangquote“ von Daniel Schlingmann (20 Paraden, davon 2x7m). „Das hat Spaß gemacht!“, so der Coach.

 

Von Beginn an bestrafte die HGS Fehler der Gastgeber sofort und lag nach vier Minuten mit 0:4 vorne, bevor Haßloch der erste Gegentreffer gelang. Die 250 Zuschauer im TSG-Sportzentrum, darunter wieder eine große HGS-Fan-Kolonie, merkten schnell, daß die Heimmannschaft sich ausgesprochen schwer tat. Die Saarlouiser unter ihnen freuten sich besonders darüber, daß Marcel Becker wieder an Bord war nach seiner langen Verletzungspause. Er stellte die Ergebnis-Anzeige nach knapp sieben Minuten auf 2:7. Auffälligster HGS-Torschütze in dieser Anfangsphase war Elyas Noh, der sechs seiner 10 Tore in der Anfangs-Viertelstunde erzielte. Beim 4:11 zog Philipp Rogawski die Notbremse, brachte die Saarländer aber nicht aus dem Konzept. Zeb Bjerneld der rechte Rückraum-Shooter, der in Minute 12 erstmals im neuen Dress auf die Platte gekommen war, erzielte beim 4:12 (18.) sein erstes Tor für die HGS und legte in den folgenden sechs Minuten gleich noch vier Treffer in Folge nach (4:16, 24.). Nach 19 Minuten hatte auch der 2. schwedische Neuzugang Olle Östrhall seine Premiere im HGS-Trikot und zeigte gleich seine Spielmacher-Qualitäten. Beim 4:20 von Yves Kunkel in Minute 27 glaubte in der Halle schon keiner mehr, an die Gastgeber. Die waren froh, daß wenig später beim Stand von 7:21 erst mal Pause war. „Das ist kein Ergebnis, sondern eine Katastrophe“, hatte der Haßlocher Kommentator im Live-Stream kurz zuvor festgestellt.

 

Und auch nach der Pause wurde es für die Pfälzer nicht wirklich besser. Obwohl sie die Saarländer durch eine sehr offensive Deckung phasenweise etwas aus dem Konzept bringen konnten, änderte das am Ergebnis nicht wirklich viel. Zwar kamen sie ein wenig näher ran (12:25, 38.), aber ein wirklicher Derby-Kampf wurde die Partie nicht mehr. Saarlouis sortierte sich und als Silas Geis, diesmal hauptsächlich im linken Rückraum eingesetzt, zum 15:35 (55.) traf, war die Partie längst so etwas wie ein Trainingsspiel geworden. Saarlouis allerdings zog diesmal durch und die HGS-Schweden-Power legte noch mal nach: Zeb Bjerneld stockte sein Tore-Konto mit 4 weiteren Treffern in den Schlussminuten auf und ganz zum Ende setzte der bären-starke Daniel Schlingmann mit einem parierten Siebenmeter von Wieland das Ausrufe-Zeichen hinter diesen nie gefährdeten Auswärtssieg.

 

Statistik HGS: Schlingmann 20 Paraden davon 2x7m, Bjerneld 11, Noh 10/2, Österhall 3, Kunkel 3, Weißgerber 3, Reitz 3, Becker 2, Petschick 2, Geis 2, Durmishi 1

 

Statistik TSG: Pfaffmann 5 Paraden davon 1x7m, 1 Tor, Horikawa 2 Paraden davon 1x7m, Maier 6, Jakob Chrust 5, Wieland 2/1, Gläßgen 1, Zeimet 1, Treiber 1, Nils Christ 1

 

Siebenmeter: HGS 2/4, TSG 1/3

 

Zeitstrafen in Minuten: HGS 8, TSG 6

 

Zuschauer: 250