Kunkel-Schluss-Spurt
macht den Unterschied
HGS holt doch noch wichtigen Heimsieg und Tabellenplatz 2
Saarlouis. Am Ende war es Yves Kunkel, der in den letzten fünf Minuten mit fünf Treffern (darunter 2x7m) das Blatt zugunsten der HGS wendete und den Saarländern doch noch zum wichtigen 30:27 (13:15)-Heimsieg verhalf. Dabei war die Bundesliga-Reserve aus Wetzlar – die HSG Dutenhofen-Münchholzhausen – vor fast 1400 Zuschauern der erwartet schwere und über 55 Minuten äußerst unangenehme Gegner.
Es war ein ganz anderes Spiel, als letzte Woche beim Sieg in Krefeld. Dutenhofen hatte sich bestens auf die Saarländer vorbereitet und Eike Schuchmann stellte die Lützelberger-Sieben mit seiner offensiv-aggressiven Deckung mit einem bestens aufgelegten Hendrik Pantel dahinter von Beginn an vor Probleme. Dennoch freute sich Jörg Lützelberger am Ende über „wertvolle Punkte“ nach einem schwachen Start. „Auch daran können wir wachsen.“
Tatsächlich waren an diesem Samstag „einige Waffen nicht so scharf“, wie zuletzt: 15-Tore-Mann Marcel Becker wurde von der HSG-Deckung regelrecht blockiert und Michel Fiedler im Kasten der Saarländer kam nicht so zum Zug und in Halbzeit 1 nur auf 5 Paraden. Andere mussten in die Breche springen. So beispielsweise neben Endspurt-Kunkel Tom Paetow, Laurin Karrenbauer, Finn Zecher, Joshua Reitz und Neuzugang Pawel Krawczyk. Letzterer musste nach einer intensiven Woche viel früher als geplant in einer stressigeren Situation für seine Premiere auf die Platte und er habe das, vor allem in der 2. Hälfte, sehr gut gemacht, so Lützelberger, der noch einiges von dem jungen Mann erwartet.

HG Saarlouis – Dutenhofen: Tom Paetow wird am Gästekreis von Lukas Gümbel (l) und Paul Phillip Opitz (r) niedergerungen.
Foto: Rolf Ruppenthal/ 31. Okt. 2026
Fakt ist auch, daß sich die ersatzgeschwächte Mannschaft von Beginn an schwer getan hat gegen die Dutenhofener. Das HGS-Lazarett mit Hubert Kornecki, Olle Österhall, Sven Eberlein, Lars Weißgerber und Marko Jelicic – zum Teil auch mit Krücken nach ihren Operationen in der Halle – leisteten moralische Unterstützung. Zudem war am Spieltag auch noch Philipp Petschick mit einem Infekt ausgefallen.
Da so richtig ins Spiel zu finden, brauchte eine Weile. Nach sechs Minuten führten die Gäste mit 2:6 bevor Saarlouis so einigermaßen Mittel und Wege gegen die gute Abwehr der Gäste fand. Paetow, Karrenbauer, Kunkel und Marci Becker brauchten gut zehn Minuten, um beim 7:7 (16.) den Rückstand zu egalisieren. Doch die Gäste fanden zurück zu ihrem Spiel, erhöhten wieder auf 8:10 (23.), bevor Paetow mit einem Doppelschlag beim 11:10 (26.) das erste Mal die Saarländer in Führung schießen konnte. Eine Wende war das aber nicht. Im Gegenteil, Dutenhofen wollte unbedingt mit einer Führung in die Pause gehen und schaffte das beim 13:15 auch.
Nervös wurden die HGS-Fans aber trotzdem nicht. Sie feuerten ihre Jungs gerade in brenzligen Situationen ununterbrochen an. Bevor es dann wirklich besser wurde, dauerte es aber noch eine Weile. Dutenhofen behauptete zunächst immer wieder den knappen Vorsprung, die HGS aber ließ sich nun nicht mehr abhängen. Finn Zecher steigerte die Quote der gehaltenen Bälle, die Abwehr verschloss die schwächelnde rechte Seite immer besser und vorne lief es gegen die nach wie vor sehr offensive Abwehr immer besser. Eine knappe Viertelstunde vor dem Ende nahm Jörg Lützelberger seine zweite Auszeit und TomPaetow und Joshua Reitz stellten das Ergebnis auf 22:22. Die Wende war aber auch das noch nicht.

HG Saarlouis – Dutenhofen: Die Saarlouiser Mannschaft läßt sich nach dem Abpfiff feiern.
Foto: Rolf Ruppenthal/ 31. Okt. 2026
Die Partie war längst in der Crunchtime angekommen, als der Kapitän mit seinem Treffer zum 24:25-Anschluss (55.) die Wende dann doch noch einleitete. Yves Kunkel, der in einer längeren Pause offenkundig Kräfte gesammelt hatte, legte jetzt richtig los, brachte die Gastgeber unter dem frenetischen Jubel der Fans mit 26:25 (56.) wieder nach vorne. Und diesmal hielt der Vorsprung. Die nächsten zwei Kunkel-Treffer – einer davon von der 7-Meter-Linie – sorgten zum allerersten Mal in der Partie für ein bisschen ruhigere Nerven. 29:27 und nur noch eine Minute Spielzeit auf der Uhr. Das sollte es doch gewesen sein. Und das war es auch. Zwei Auszeiten später sorgte Laurin Karrenbauer 14 Sekunden vor dem Abpfiff mit seinem Schlusspunkt zum 30:27 für diesen so wichtigen Heimsieg und die Eroberung von Tabellenplatz 2, weil Krefeld auch in Leutershausen verlor.
Statistik HGS: Zecher 8 Paraden, Fiedler 7 Paraden, Paetow 9, Kunkel 7/2, Karrenbauer 7, Reitz 3, Becker 2, Halimi 1, Krawczyk 1
Statistik HSG: Pantel 16 Paraden, Rettemeier 7, Opitz 4, Schneider 3/3, Metzler 3, Krumbiegel 3, Lukas Gümbel 2, Mraz 2, Simon 1, Scheibel 1, Zaum 1
Siebenmeter: HGS 2/2, HSG 3/3
Zeitstrafen in Minuten: HGS 6, HSG 14
Zuschauer: 1376

