Saarlouis gewinnt ein
„anstrengendes“ Spiel
4:0-Lauf in fünf Minuten bringt die Entscheidung – 27:30 (13:14)
Hochdorf. Am Ende wurde es das, was man gemeinhin als Arbeitssieg bezeichnet. Dabei, so ist HGS-Chefcoach Jörg Lützelberger überzeugt, war das garnicht notwendig: „Wir haben zu Beginn des Spiels die Möglichkeit, uns ein leichtes Spiel zu machen, versemmeln das und dann ist es ein anstrengendes Spiel.“ Am Ende bringt dann aber ein 4:0-Lauf der Saarländer zwischen der 52. und 57. Minute vom 24:24 zum 24:28 die Entscheidung für den 30:27 (14:13)-Auswärts-Sieg im Saar-Pfalz-Derby.
Die Saarländer starten sehr gut und überzeugend, führen nach 7 Minuten 5:1 und haben das Spiel scheinbar im Griff. Doch dann geben sie mit unnötigen Fehlern, wenig Klarheit und Ungeduld alles aus der Hand. Angeführt von Phineas Daniel, dem wurfgewaltigen Rückraum-Akteur, aus dem Eulen-Bundesliga-Kader, arbeiten sich die Gastgeber vor rund 180 Fans (die HGS-Kolonie, wie immer lautstark über 60 Minuten) heran (4:5, 9.), gleichen beim 8:8 nach 17 Minuten aus und gehen beim 11:10 (24.) erstmals selbst in Führung. Die Saarländer kriegen das aber bis zum Pausenpfiff wieder gedreht, auch weil Elyas Noh nicht nur eine 100-Prozent-Quote vom Siebenmeterpunkt hat, sondern auch von aussen zur 14:13-Pausenführung trifft.
Es bleibt schwierig für die Saarländer, auch wenn sie nach Wiederanpfiff zunächst auf 16:14 erhöhen können. Die Jungs aus dem Hochdorfer Leistungszentrum nutzen jeden Fehler der Gäste gnadenlos und zwingen den Vorteil wieder auf ihre Seite (19:17, 37.) und Jörg Lützelberger zu einer frühen 2. Auszeit. Saarlouis muss weiter hart arbeiten, wechselt Finn Zecher für den guten Michel Fiedler (8 Paraden) im Tor ein und bleibt trotz der in Wellen andauernden Fehlerquote ständig in Schlagdistanz. Eine Viertelstunde ist noch zu spielen, als Moritz Schulz zur letzten Führung der Gastgeber trifft. Mit 24:24 durch Hochdorfs Top-Torschützen Frederick Zepp, ist das Spiel auch in Minute 52 noch auf Messers Schneide.
Was folgt, sind die entscheidenden Minuten der Partie. Marci Becker (2 mal), Yves Kunkel und Marko Jelicic sorgen auch wegen einiger Zecher-Paraden mit einem 4:0-Lauf für die Entscheidung, erhöhen von 24:24 auf 28:24 und sichern damit doch noch die beiden Punkte. Die Bundesliga-Reserve der Eulen kann sich nicht mehr aufrappeln, ist geschlagen. Aber am Ende, so bilanziert Jörg Lützelberger, habe die Mannschaft, die 2 Punkte eingesackt hat, mehr graue Haare, als das Team, das verloren habe. Als Lehre aus dieser Partie bleibt laut Lützelberger: „Wenn wir die Chance haben, ein Spiel früher deutlicher zu gestalten, dann sollten wir das auch tun:“ Wenn man es nicht tue, dann könne einem das auch mal auf die Füße fallen. Im Saar-Pfalz-Derby war das am Freitagabend glücklicherweise nicht der Fall und für die HG heißt es: „Weiter gehts!“
Statistik HGS: Fiedler 8 Paraden, 1x7m, Zecher 5 Paraden, Noh 7/4, Becker 6, Karrenbauer 5, Halimi 4, Kunkel 2, Paetow 2, Jelicic 2, Eberlein 1, Reitz 1
Statistik HLZ: Peribonio 7 Paraden, Wenning 2 Paraden, Daniel 9, Reis 4, Zepp 3, Schulz 2, Knecht 2/1, Haas 2, Josten 2, Zeimet 1, Wacker 1, Hannes 1
Siebenmeter: HGS 4/4, HLZ 1/2
Zeitstrafen in Minuten: HGS 6, HLZ 10
Zuschauer: 180

