Saarlouis gewinnt Punkt
in der letzten Sekunde
28:28 (13:11) im Duell Meister gegen Vizemeister – Junge Spieler mit toller Partie
Gelnhausen/Saarlouis. Mächtig stolz auf seine Jungs war am Ende HGS-Cheftrainer Jörg Lützelberger, der nicht nur von einem gewonnenen Punkt, sondern auch von der bisher besten Teamleistung seiner Mannschaft sprach. Quasi mit der Schluss-Sirene in der Rudi-Lechleidner-Halle in Gelnhausen hatte Marko Jelicic die Kugel per Unterarm-Schlagwurf zum hoch verdienten 28:28 (13:11)-Unentschieden in die Maschen gezimmert und bei den HGS-Fans unter den 850 Zuschauern für Jubel gesorgt.
Die hochkarätige Spitzenpartie zwischen Vorjahres-Meister und -Vize war vor allem für die „jungen Wilden“ bei der HGS eine echte Feuertaufe, weil sie im Top-Duell sehr viel Verantwortung schultern mussten und sich dabei absolut bravourös geschlagen haben. Jörg Lützelberger musste improvisieren, nachdem ihm kurzfristig auch noch sein einziger Rückraum-Linkshänder abhanden kam: Marcel Becker konnte verletzt nicht spielen. Mit Weißgerber und Becker fehlte somit auf der rechten Seite sehr viel Erfahrung und Qualität und die Saarländer mussten 60 Minuten lang mit Rechtshändern im Rückraum und einem A-Jugendlichen auf der rechten Aussenbahn agieren. Letzterer machte seine Sache aber richtig gut und Janus Kubera traf nicht nur 5 Mal (bei 6 Versuchen) von der Aussenposition, sondern erledigte auch seine Defensiv-Aufgabe bestens.
Überhaupt zeigten die jungen Spieler eine absolut tolle Leistung. Da zeitweilig auch Tom Paetow nach einem Foul länger pausieren musste, Kornecki, Österhall und Weißgerber ohnehin fehlten, erhielten Marko Jelicic (4 Tore), Laurin Karrenbauer (5 Tore) und Janus Kubera (5 Tore) nicht nur massig Spielzeit, sondern zeigten sich einem harten Drittliga-Fight absolut gewachsen. Dabei sorgten Pierre Halimi, Sven Eberlein, Elyas Noh und beide Torhüter (Fiedler und Zecher) für die nötige Stabilität.
Die Saarländer hatten gut in die Partie gefunden, bestimmten die fünf Anfangsminuten (2:3) bevor der TVG mit einem Dreierpack ihres Besten, Jonathan Malolepszy erstmals die Führung (6:3, 12.) übernahm und Jörg Lützelberger zu einer frühen ersten Auszeit zwang. Die wirkte und nach einer guten Viertelstunde waren die Saarländer beim 7:7 wieder dran. „Dran bleiben“ hieß für die HGS auch in der Folge die Devise und mit minus Zwei (13:11) ging es in die Pause, obwohl es auch da hätte 12:12 stehen können.
Nach dem Seitenwechsel behielten die Gastgeber die Kontrolle über Spiel und Gegner, wobei es ihnen aber nicht gelang, sich anders als beim letzten Aufeinandertreffen im April, deutlicher abzusetzen. Beim 18:15 nach 36 Minuten sortierte Jörg Lützelberger in seiner zweiten Auszeit seine Jungs neu und zehn Minuten später glichen die Saarländer beim 20:20 wieder aus. Die Partie mündete in eine hochspannende Schluss-Viertelstunde zweier absolut gleichwertiger Gegner, wobei auf beiden Seiten die Defensiv-Abteilungen das Spiel bestimmten.
Noch zehn Minuten standen auf der Uhr, als Pierre Halimi Saarlouis beim 22:23 wieder mal in Führung brachte. Den Saarländern gelang es danach allerdings nicht, den Vorsprung zu festigen. Die Partie stand Spitz auf Knopf, als Malolepszy mit seinem dritten von fünf Siebenmetern an diesem Abend beim Stand von 25:25 am Torgebälk scheiterte und erneut Halimi in Minute 56 die Saarländer beim 25:26 noch einmal in Front brachte. Akos Czaba, der Rechtsaussen des TVG, sorgte für die beiden letzten Treffer der Gastgeber, bevor dann Marko Jelicic mit seinem Last-Second-Tor den Saarländern die Punkteteilung sicherte.
Statistik HGS: Fiedler 6 Paraden, 1x7m, Zecher 5 Paraden, 1x7m, Karrenbauer 5, Noh 5/1, Kubera 5, Jelicic 4, Halimi 4, Eberlein 3, Schimmel 1, Paetow 1
Statistik TVG: Minerva 6 Paraden, Czaba 7, Malolepszy 6/2, Wörner 4, Hilb 3, Fehl 2, Geisler 2, Trinszek 1, Nocken 1, Großmann 1, Altwein 1
Siebenmeter: HGS 1/1, TVG 2/5
Zeitstrafen in Minuten: HGS 14, TVG 10, Disqualifikation: Reitz (HGS), Fehl (TVG)
Zuschauer: 850

