Hoffnung auf Finale
gegen Braunschweig
Bei der 36:33 (13:14)-Niederlage in Hamm „alles gegeben“
Hamm/Saarlouis. Am Mittwoch sind wir alle für einen Tag Braunschweig-Fans. Dann nämlich, wenn der MTV sein Heimspiel gegen den ASV Hamm Westfalen bestreitet. Denn nur dann, wenn die Jungs von Volker Mudrow diese Partie für sich entscheiden, dann wird die Entscheidung um den Aufstieg in die 2. Liga nochmals vertagt. Jörg Lützelberger: „Wenn Braunschweig die bisherige Serie an Heimsiegen in dieser Gruppe fortsetzt, bekommen wir ein Finale in der Stadtgartenhalle.“ Und zur Motivation seiner Mannschaft: „So oder so werden die Jungs nach 11 Monaten harter Arbeit jetzt alles in dieser letzten Woche der Saison investieren.“
Apropos „alles investieren“: Das hat das Team um Tom Paetow und Co. am Samstag in der mit 2222 Zuschauern – darunter auch wieder lautstarke 100 Saarländer – gut besuchten Westpress Arena in Hamm getan. Der Chefcoach der Saarländer bilanziert kurz und knackig: „Wir spielen eine gute erste Halbzeit.“
Die beginnen die Saarlouiser mit hoher Konzentration, gehen nach knapp 2 Minuten durch den starken Schweden-Linkshänder Zeb Bjerneld in Führung und behaupten diese die ersten zehn Spielminuten. Sven Eberlein erhöht beim 3:5 dann erst Mal auf zwei Tore Führung. Doch die cleveren, erfahrenen Gastgeber lassen sich nicht abhängen, gleichen durch Pawel Krawczyk in der 12 Minute zum 5:5 aus. Es bleibt Spitz auf Knopf und es braucht gute 16 Minuten bis zur ersten Führung der Gastgeber (8:7) durch Jann Jacobs. Und als knapp 20 Minuten gespielt sind sorgt ein Doppelschlag von Yves Kunkel dafür, daß die Saarländer sich beim 9:10 die Führung zurückholen. Beide Teams schenken sich in der Folge nix und das Pendel wechselt zunächst wieder in Richtung der Gasgeber, die in Minute 23 auf 12:10 stellen. Jörg Lützelberger unterbricht den Lauf des ASV und in Minute 27 versenkt Lars Weißgerber einen Siebenmeter zum 13:13. Als Sven Eberlein schließlich die Führung zurückerobert ist beim 13:14 der Halbzeitstand eingetütet.
Beim 16:17 schießt Zeb Bjerneld dann die Saarländer zum letzten Mal in Front. Lützelberger:„Anstatt vorzulegen geraten wir nach Wiederanpfiff dann leider in Rückstand, weil wir aus guten Positionen gegen Colodeti nicht treffen. Das zündet die Halle an und dann wird es ganz schwer.“ In der Tat ist es der brasilianische Nationaltorhüter im Kasten des ASV, der mit seinen Paraden die entscheidenden Impulse gibt. Doch zunächst lassen sich die Saarländer nicht abhängen. Der Paetow-Treffer zum 19:18 in Minute 38 und das Kunkel-Tor zum 20:19 (40.), halten die Hoffnungen bei den Fans am Leben. Doch das Momentum liegt jetzt immer mehr auf Seiten der Gastgeber. Beim 24:20 nach 44 Minuten versucht Lützelberger mit einer Auszeit noch einmal neue Impulse zu setzen. Die HGS verkürzt noch einmal auf 24:22 durch Marcel Becker und Elyas Noh, doch dann ist es scheinbar gelaufen. Ein Fünferpack der Westfalen zum 29:22 (50.) ist die Vorentscheidung. Und es wird deutlicher. Beim 32:23 (52.) feiern sich die ASVler schon.
Lützelberger: „Wir fighten, erhöhen das Risiko, werfen alles in die Waagschale und erspielen in den letzten 10 Minuten so ein Ergebnis, dass unter Umständen noch ganz wertvoll sein kann. Einen riesiger Dank geht an unsere Fans. Was die in dieser Aufstiegsrunde zeigen, ist in jedem Fall schon mal Bundesligatauglich.“

Fakt ist: Es ist noch nicht gelaufen. Sollte Braunschweig am Mittwoch sein Heimspiel gewinnen, dann gibt es am kommenden Samstag ein echtes Finalspiel um den Aufstieg und dann wird, einen Sieg von Saarlouis vorausgesetzt, vermutlich das Torverhältnis darüber entscheiden, wer in die 2. Liga aufsteigt. (Fotos: Hannah/Text: pw)
Statistik HGS: Fiedler 4/1 Paraden, Zecher 7 Paraden, Schlingmann 2 Paraden, Kunkel 7, Bjerneld 6, Paetow 5, Weißgerber 4/3, Becker 3, Eberlein 3, Österhall 3, Noh 2
Statistik ASV: Colodeti 17 Paraden, Budalic 2 Paraden, Huesmann 7/3, Gautzsch 5, Firnhaber 5, Krawczyk 5, Gabrielsson 4, Brosch 3, Kühn 3, Jacobs 2, Coßmann 1, Bornemann 1
Siebenmeter: HGS 3/4, ASV 5/6
Zeitstrafen in Minuten: HGS 14, ASV 14 (rote Karten für Brosch und Jacobs)
Zuschauer: 2222

